Coronavirus - Welcher Vergütungsanspruch steht mir zu?

Grundsätzlich behalten Arbeitnehmer den Vergütungsanspruch, d. h. Sie erhalten weiterhin Ihren Lohn.


Wenn Sie an dem Coronavirus erkrankt sind, haben Sie wie bei jedem Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die Dauer von 6 Wochen, § 3 EFZG.
Freien Mitarbeitern steht mangels einer Arbeitnehmereigenschaft ein solcher Anspruch nicht zu.


Wenn Sie nicht am Coronavirus erkrankt sind, aber wegen des Verdachts auf eine mögliche Infektion in Quarantäne, greift § 56 IfSG. Die Regelung sieht eine Entschädigung des Arbeitnehmers in Höhe seines Netto-Arbeitsentgelts für den Zeitraum von 6 Wochen vor. Der Arbeitgeber tritt hier i. d. R. in Vorleistung. Tut er dies nicht, können Sie selbst bei der entsprechenden Behörde einen Antrag nach § 56 IfSG stellen. Ab der 7. Quarantäne-Woche zahlt die zuständigen Behörde eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes direkt Sie.


Wenn das Coronavirus für einen Auftrags- oder Rohstoffmangel sorgt und deswegen nicht genügend Arbeit vorhanden ist, muss der Arbeitgeber Ihnen Ihren Lohn trotzdem weiterzahlen. Dieses sog. „Wirtschaftsrisiko" fällt in die Sphäre Ihres Arbeitgebers und nicht in Ihre.


Wenn die Behörde den Betrieb Ihres Arbeitgebers schließt (z. B. auf der Grundlage des § 28 Abs. 1 S. 1 und 2 IfSG), kann Ihnen trotzdem ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung zu stehen, § 615 S. 3 BGB. Dies ist der Fall, wenn die Schließung des Betriebs als sog. „Betriebsrisiko" in der Risikosphäre Ihres Arbeitgebers liegt.


Schickt Sie der Arbeitgeber unbegründet nach Hause, so bleibt er zur Entgeltfortzahlung verpflichtet.