Coronavirus - Kann ich als Arbeitgeber Kurzarbeit anordnen?

Bundesregierung und Gesetzgeber haben Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld rückwirkend ab dem 01. März 2020 erlassen. Diese sind:

  • Kurzarbeit ist bereits möglich, wenn 10% der Mitarbeiter einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10 % haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 % erstattet.
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (wenn dies tarifvertraglich geregelt ist) kann verzichtet werden.

Die Kurzarbeit ist nur möglich, wenn:

  • eine entsprechende Kurzarbeitsklausel im Arbeitsvertrag enthalten ist oder
  • die Kurzarbeit tarifvertraglich ermöglicht wird oder
  • eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat nach § 87 I Nr. 3 BetrVG abgeschlossen wird.

Achtung: Wenn dies alles nicht vorhanden ist, ist Kurzarbeit nur möglich, wenn eine entsprechende Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer getroffen wird! Der Arbeitgeber kann Kurzarbeit nicht einseitig im Rahmen des Weisungsrechts anordnen.


Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder auf wirtschaftlichen Gründen beruhen (§ 96 SGB III).
Die Bundesagentur für Arbeit hat darauf hingewiesen, dass ein aufgrund oder infolge des Coronavirus-Virus und/oder der damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen eingetretener Arbeitsausfall im Regelfall auf einem „unabwendbaren Ereignis" oder auf „wirtschaftlichen Gründe"
im Sinne des § 96 Abs. 1 Nr. 1 SGB III beruht und daher Kurzarbeitergeld bei vorübergehendem Arbeitsausfall zu gewähren ist.


Sie müssen die Kurzarbeit als Arbeitgeber anzeigen und entsprechende Anträge stellen.